Professor Kai-Uwe Kühn ist Ökonom und verfügt über fast dreißig Jahre Erfahrung in der Beratung von Privatunternehmen und Wettbewerbsbehörden in den Bereichen Fusion, Kartellrecht, staatliche Beihilfen und Regulierungs- und Schadensersatzverfahren sowie in der Wettbewerbspolitik im Allgemeinen. Er ist Professor für Wirtschaftswissenschaften und stellvertretender Direktor des Centre for Competition Policy an der Universität von East Anglia und hat Gastprofessuren am Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) und der Georgetown University inne.

Von Mai 2011 bis August 2013 war Professor Kühn Chefökonom in der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission. Während seiner Zeit als Chefökonom beriet er den Wettbewerbskommissar bei allen Wettbewerbsfällen und politischen Initiativen (insbesondere bei der Modernisierung der staatlichen Beihilfen) und leitete die wirtschaftliche Analyse zahlreicher großer Fusionen (z. B. Deutsche Börse/NYSE, UPS/TNT, Univeral/EMI, H3G/Orange Austria, Western Digital/Hitachi, Outokumpu/Inoxum) und kartellrechtlicher Fälle (z. B. Google, E-Books und die Standard Essential Patent-Fälle), oft in enger Zusammenarbeit mit Kollegen bei US-Behörden. Seine Erfahrung als Berater erstreckt sich auf Fusionen in einer Vielzahl von Branchen (z. B. Fusion von GE/Honeywell (2001) einschließlich der Berufung vor Gericht). Professor Kühn hat an vielen komplexen kartellrechtlichen Verfahren mitgewirkt, angefangen bei Microsoft I über die Interoperabilität von Servern bis hin zu mehreren Meistbegünstigungsfällen, Fällen zu Radiusklauseln, Brand Gating, neuen Formen des Missbrauchs des Datenschutzes, Einkaufsallianzen und Informationsaustausch. In jüngster Zeit leistet er Beratung bei der Anfechtung von Bezeichnungsentscheidungen für digitale Plattformen nach dem Gesetz über digitale Märkte (DMA) und § 19a des deutschen Wettbewerbsrechts sowie bei anderen Regulierungsfragen in der digitalen Wirtschaft. Außerdem war er als Sachverständiger in zahlreichen Kartellschadensersatzverfahren tätig und beriet Unternehmen, die in großen staatlichen Beihilfeangelegenheiten beteiligt waren.

Professor Kühn hat die meiste Zeit seiner akademischen Laufbahn als Associate Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Michigan verbracht. Seine Forschungsarbeiten umfassen theoretische, experimentelle und empirische Untersuchungen zur industriellen Organisation, die ein breites Spektrum von Themen abdecken, darunter langlebige Gebrauchsüter, vertikale Integration, vertikale Beschränkungen, Marktabschottung und die Auswirkungen von Kreditbeschränkungen auf das Marktverhalten sowie Preisabsprachen und die koordinierten Auswirkungen von Fusionen. Seine Arbeiten wurden in führenden Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter das Journal of Political Economy, dem RAND Journal of Economics und dem American Economic Journal: Microeconomics and Journal of the European Economic Association. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift The Journal of Industrial Economics.

Professor Kühn spricht fließend Deutsch und Englisch.

Vorherige Position

Wissenschaftlicher Beirat, The Brattle Group, 2019 – 2023

Senior Consultant, Charles River Associates, 2013 – 2018

Associate Professor, Universität von Michigan, 1998 – 2015

Chefökonom, Generaldirektion Wettbewerb, Europäische Kommission, 2011 – 2013

Gastprofessor, CEMFI, 1997 – 1998

Associate Professor, Instituto de Analisis Economico (CSIC), 1993 – 1997

Berufliche Zugehörigkeit

Professor für Wirtschaftswissenschaften und stellvertretender Direktor des Centre for Competition Policy an der Universität von East Anglia

Fellow, Georgetown Center for Economic Research, Universität Georgetown

Ständiger Gastprofessor, Düsseldorf Institute of Competition Economics (DICE)

Areas of Expertise

Education

Oxford University
D.Phil, Economics, 1992

The London School of Economics and Political Science (LSE),
MSc, Economics, 1988

The University of Bonn,
Vordiplom, Economics, 1987

Recognition

Who’s Who Legal – Competition Economist of the Year 2023